Ingolstadt – Bei Audi brennt es! Der Autobauer hat im dritten Quartal nur knapp die roten Zahlen vermieden. Nach Steuern blieben der VW-Tochter noch 95 Millionen Euro. Das sind 87 Prozent weniger als im Vorjahr.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr kappt Audi seine Prognose. Für 2026 rechnet der Konzern nur noch mit drei bis fünf Prozent Umsatzrendite und 55 bis 59 Milliarden Euro Erlösen. Im Juli waren es noch fünf bis sieben Prozent und 58 bis 63 Milliarden Euro.
In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um gut sechs Milliarden auf 42 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn fiel von 1,56 auf 1,15 Milliarden Euro. Die Rendite rutschte auf 2,7 Prozent. Finanzchef Jürgen Rittersberger (54) sagte: „Der Handlungsbedarf bei Audi ist groß und duldet keinen Aufschub.“
China bricht weg, Trump-Zölle drücken
Hauptgrund ist China. Dort hat sich vor allem das Verbrenner-Geschäft eingetrübt. Weltweit lieferte Audi im dritten Quartal 19,7 Prozent weniger Autos aus. Dazu kommen die US-Zölle. Audi baut bislang kein einziges Auto in den USA. Die Zölle kosteten den Konzern zuletzt rund 1,2 Milliarden Euro.
Jetzt soll das Schlussquartal helfen. „Wir erwarten ein deutlich stärkeres viertes Quartal“, so Rittersberger. Impulse sollen die neuen SUV-Modelle Q7 und Q9 in den USA bringen.
Wirbel um Döllners Trump-Auftritt
Pikant: Vor wenigen Tagen stand Audi-Chef Gernot Döllner (57) bei einer Trump-Wahlkampfveranstaltung in Georgia auf der Bühne. Dort wurde ein neues Audi-Werk angekündigt. Audi will rund vier Milliarden Dollar investieren, 4.500 Jobs schaffen und bis zu 200.000 SUV pro Jahr bauen.
Die Kritik kam prompt. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) wirft Döllner „aktive Wahlkampfhilfe“ vor. IG-Metall-Chefin Christiane Benner (58) nennt den Auftritt „politisch inakzeptabel“. Linken-Chef Luigi Pantisano (47) fordert Döllners Rücktritt. Rittersberger betont: Das Werk sei „keine Entscheidung gegen Deutschland“. Beschlossen ist es ohnehin nicht. Der VW-Aufsichtsrat muss noch zustimmen.
Jobs in Gefahr
In Deutschland sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen. Anfang Oktober aktivierte Döllner zudem die „Schlechtwetterklausel“. Damit stehen auch die Beschäftigungsgarantie bis 2033 und neue Sparmaßnahmen zur Debatte.
Einen Tag vor Audi hatte die Konzernmutter Volkswagen ein Minus von 5,82 Milliarden Euro im dritten Quartal gemeldet.