Dresden – Es wiegt vier Kilogramm und ist rund 80 Zentimeter lang. Das Gebäck aus dem Erzgebirge in Sachsen ist ein ganz besonderes Gastgeschenk für Papst Leo XIV. von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Nicht minder besonders sind der Transport des Geschenks und eine ganz bestimmte Regel.
Kretschmer hatte den Stollen dem Papst in einer Privataudienz am 23. September überreicht. Wie jetzt herauskommt, flog der Stollen aber am Vortag nicht mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen und seiner Delegation im Flugzeug mit. Er wurde extra im Dienstwagen 1400 Kilometer über die Alpen chauffiert. Am Ende durfte der Papst den Stollen nicht mal probieren.
Um diesen Stollen geht es
Der Stollen, der in der Konditorei Thomas Neubert in Bärenstein im Erzgebirge gebacken wurde, lag auf einem Holzbrett, in das der Name des Papstes eingelasert war. Der Dresdner Stollen ist das Heiligtum der sächsischen Christen und Bäcker. Die heutige Rezeptur geht auf das Jahr 1491 zurück, als Papst Innozenz VIII. (1432-1492) im Dresdner Butterbrief den Sachsen das Backen mit Butter für das Fastengebäck erlaubte. Wohl aus diesem Grund sollte er ein Gastgeschenk für den aktuellen Papst Leo XIV. sein.
Warum das Geschenk nicht fliegen durfte
Die sächsische Staatskanzlei auf BILD-Nachfrage: „Aufgrund der Größe und Fragilität des Stollens war eine Mitnahme im Flugzeug weder in der Kabine noch im Aufgabegepäck möglich und ein Transport per Kfz notwendig. Darüber hinaus wurden in dem Kfz weitere Gastgeschenke sowie Unterlagen transportiert.“
Deshalb durfte der Papst nicht probieren
Videobilder von der Übergabe zeigen die sächsische Delegation und den Papst, wie sie bedächtig um den Stollen herumstehen. Auf einem Video von „Vaticannews“ will der Papst schon das Messer zücken und den Stollen anschneiden. Da grätscht Kretschmer (CDU) dazwischen: „Man darf ihn auf jeden Fall jetzt nicht anschneiden. Da würden die Menschen sagen, es ist zu zeitig.“ Grund: Das Anschneiden des Stollens ist erst mit Beginn der Adventszeit erlaubt. Heißt: Leo XIV. muss das riesige Gebäck noch acht Wochen kalt stellen.
Hält der Stollen denn so lange? Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber zu BILD: „Ja, der hält so lange. Je länger er liegt, umso besser wird er.“
Der Stollen aus Sachsen ist also ein Geschenk voller Vorfreude. Immerhin: Am 29. Nomber ist es soweit.