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Köln – Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) schickt Hobby-Agenten auf geheime Mission. Allerdings nicht im echten Leben, sondern zu Hause am Wohnzimmertisch. James Bond hat die Lizenz zum Töten, der Verfassungsschutz vergibt jetzt die Lizenz zum Spielen.

Der Inlandsgeheimdienst ist unter die Gamer gegangen und hat gemeinsam mit dem Hidden Games Verlag das Cyber-, Spionage- und Escape-Spiel „Alarmstufe: Rot“ entwickelt. Auf der Spielemesse in Essen wurde es diese Woche vorgestellt. „Dabei werden zahlreiche Themenfelder der Cyber- und Spionageabwehr gestreift. So geht es beispielsweise um verschlüsselte Kommunikation und den Einsatz von Drohnen. Wir wollen auch das BfV als Behörde bekannter machen“, erklärte eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz gegenüber BILD.

Zuständigkeiten des BfV vermitteln

Hinter dem ungewöhnlichen Projekt steckt eine neue Strategie: Mit Games wollen die Sicherheitsbehörden vor Spionage, Extremismus und Manipulation im Internet warnen. Anfang des Jahres wurde ein Handyspiel „Wer ist Bilal?“ veröffentlicht, das unter Beteiligung des Verfassungsschutzes NRW entstand und zeigt, wie junge Menschen im Netz islamistisch radikalisiert werden können. Zuvor brachte das Land NRW bereits „Leons Identität“ heraus, ein Spiel gegen rechtsextremistische Radikalisierung. Mit dem Escape-Spiel „Alarmstufe: Rot“ des Bundesamtes sollen den Spielerinnen und Spielern nebenbei die Zuständigkeiten des Verfassungsschutzes vermittelt werden.

Das neue Spiel (ab 14 Jahren) ist kein Online-Game, sondern ein Gesellschaftsspiel, in dem bis zu sechs Spieler gemeinsam ein Rätsel lösen. Bei „Alarmstufe: Rot“ beginnt alles in einer Kleingartenanlage: Ein Wasseringenieur liegt tot in seiner Laube. Zunächst sieht es nach einem Unglücksfall aus, der sich jedoch rasant zu einer nationalen Sicherheitskrise zuspitzt. Plötzlich taucht eine Überwachungsdrohne auf und das Bundesamt für Verfassungsschutz schaltet sich in den Fall ein. Es wird klar, dass der tote Ingenieur an hochsensiblen Infrastrukturprojekten gearbeitet hat und der Vorfall kein Unfall war.

„Das Spiel richtet sich an Menschen, die Spaß an genauer Beobachtung und dem Sammeln und Analysieren von Detailinformationen haben. Außerdem geht es um Teamwork und logisches Denken – alles Fähigkeiten, die auch im BfV gefragt sind“, so eine Sprecherin des Verfassungsschutzes zu BILD.

Schlapphut-Spiel als Job-Werbung

Die Idee für das Schlapphut-Spiel hatte der Verfassungsschutz. Er will damit nicht nur über seine Arbeit aufklären, sondern verfolgt noch ein weiteres Ziel: „Letztendlich soll das Spiel auch das BfV als Arbeitgeber attraktiver und bekannter machen – hier sprechen wir genau die Zielgruppe an, die wir brauchen“, so eine Sprecherin des Verfassungsschutzes in Köln.