Oxnard (USA) – In Kalifornien rollen die Abrissbagger. Im Küstenort Oxnard, rund 88 Kilometer nördlich von Los Angeles, wird das ehemalige Hafenviertel „Fisherman’s Wharf“ dem Erdboden gleichgemacht. Auftraggeber ist Karls-Chef Robert Dahl (55). Der Selfmade-Millionär aus Mecklenburg-Vorpommern will das erste „Karls Village“ der USA bauen – rechtzeitig zu den Olympischen Sommerspielen 2028.
Erst vor Kurzem hatte Dahl seinen achten Freizeitpark in Oberhausen (NRW) eröffnet. Ein weiteres Dorf im Harz lässt er bereits bauen. Er plant auch neue Freizeitparks in Bayern und auf Mallorca. Nun rücken große Bagger an der Pazifikküste an – er möchte sich den Traum von Amerika verwirklichen.
„Wir investieren 25 bis 30 Millionen Dollar“, so Robert Dahl zu BILD. Dafür lässt er das Geisterdorf „Fisherman’s Wharf“ abreißen. In den 80er-Jahren war hier ein belebtes Viertel mit zahlreichen Geschäften und Restaurants. Nach einem Besitzerwechsel in den 90er-Jahren verfiel das Hafenviertel und stand viele Jahre leer. Nun soll hier das erste „Karls Village“ entstehen.
Bekommt Karls in den USA einen neuen Namen?
Das Projekt heißt auch so. Doch das könnte sich noch ändern. „Wir sind gerade ernsthaft am Überlegen, es auch ‚Karls Erlebnisdorf’ zu nennen“, so der Firmenchef zu BILD: „Klar, ein Zungenbrecher, aber etwas Besonderes.“ Marketingtechnisch könnte der deutsche Name zum Besuchermagneten werden. Amerikaner mögen deutsche Worte – wie Würstel, Bier und Kindergarten.
Investor musste Konzept erst erklären
Die Amerikaner hatten von der beliebten Freizeitparkkette aus Deutschland (250 Millionen Euro Umsatz für 2026 geplant) noch nichts gehört. So musste der Mann von der Ostsee den Einheimischen erst mal erklären, was er vorhat: Arbeitskräfte und Erdbeeren sollen aus der Region kommen. Auch Fragen zur Sicherheit spielten eine große Rolle. Auf der Internetseite des „Channel Islands Harbor“ heißt es dazu: „Karls ist ein sicherer Ort. In all den Jahren, seit Karls in Deutschland besteht, gab es keine dokumentierten Fälle von Gewalt durch Besucher.“
Eröffnung zu den Olympischen Spielen
Im Sommer 2028 beginnen die Olympischen Spiele in Los Angeles, dann sind Tausende Touristen in der Region. Das neue Erlebnisdorf soll dann schon in Betrieb sein. Die Eröffnung des 50.000‑Quadratmeter-Geländes ist für das Frühjahr 2028 geplant. Geboten werden sollen ein Manufakturenmarkt, Fahrgeschäfte und Spielplätze. Der Slogan lautet: „Eat, Shop, Play.“ (Essen, Einkaufen, Spielen).
Wie schon bei seinen ersten Standorten suchte Dahl auch hier die Nähe zum Meer. Nur ist es diesmal nicht die Ostsee, sondern der Pazifik. Der besondere Clou: „Es wird 40 Bootsanleger geben“, so der Investor. Auch die Preisstruktur soll ähnlich wie in Deutschland werden: kostenloser Eintritt, einige Attraktionen sind gratis, Hauptattraktionen (darunter Fahrgeschäfte) kosten pro Fahrt. Auch Tagestickets und Jahreskarten könnte es geben.