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Frankfurt/Oder (Brandenburg) – Sie schlagen auf ihn ein, treten ihn – und selbst als der Junge am Boden liegt, hören sie nicht auf. Mindestens ein halbes Dutzend Jungen attackiert am Eingang der Heinrich-von-Kleist-Oberschule einen einzelnen Mitschüler. Immer wieder johlen und grölen Jungen, die die Attacke beobachten, feuern die Schläger an. Ein Videoschnipsel dokumentiert die erschreckende Brutalität der Attacke.

Der verletzte Schüler meldete sich am Mittwoch bei der Polizei. Ein Sprecher: „Der Junge wies Gesichtsverletzungen auf. Die Kriminalpolizei prüft derzeit Beweismittel und geht ersten Hinweisen auf Tatverdächtige nach.“

Polizei ermittelt gegen zehn Jugendliche in Frankfurt

Kurz nach der Tat hatte die Polizei auf dem Schulgelände einige Tatverdächtige festgesetzt. Die mutmaßlichen Gewalttäter sind gerade einmal 13 bis 15 Jahre alt. Fotos zeigen, wie die Jugendlichen mit ausgebreiteten Händen an einer Wand durchsucht werden. Die Aufnahmen der Attacke sind als Beweismittel gesichert. Ein Polizeisprecher zu BILD: „Aktuell sind zehn Tatverdächtige im Fokus der Ermittler.“ Gegen die Deutschen, Polen, Russen und Syrer wird wegen Körperverletzung und Raub ermittelt.

„Es gibt Bilder, die einen nicht mehr loslassen. Diese gehören dazu“, schrieb Oberbürgermeister Axel Strasser (49, parteilos) auf Facebook: „Es schmerzt, solche Gewalt mitansehen zu müssen. Und es macht mich wütend, dass ein Jugendlicher so etwas erleben muss.“

Oberbürgermeister fordert Konsequenzen

Gewalt dürfe nicht relativiert oder verharmlost werden. Der Familie des Jungen bot Strasser Unterstützung an. Aus dem Vorfall will der Oberbürgermeister gemeinsam mit der Polizei Konsequenzen ziehen. Zunächst müssen die Tatverdächtigen jedoch zweifelsfrei identifiziert und überführt werden.

Strasser bittet auch darum, das Video nicht weiterzuverbreiten, um die Würde des Jugendlichen zu schützen. Dieses Anliegen teilen wir. Wir kommen journalistisch dennoch zu einer anderen Entscheidung: BILD zeigt Ausschnitte, weil sie sichtbar machen, mit welcher Brutalität der Jugendliche angegriffen wurde. Wir schauen bei dem Thema Gewalt nicht weg. Zugleich schützen wir das Opfer: Der Jugendliche ist vollständig verpixelt und ist nicht zu erkennen.

Präventionscoach von Video schockiert

Präventionscoach Carsten Stahl zeigt sich angesichts der Bilder schockiert: „Solche brutalen Gewaltausbrüche an Schulen sind die Folge davon, dass Gewalt und Mobbing jahrelang verharmlost oder ignoriert werden.“