Barcelona (Spanien) – Auf dem Platz feierte die Spanierin Arantxa Sánchez Vicario (54) die größten Siege, gewann in den 1980er und 90ern vier Grand-Slam-Titel. Doch privat musste sie eine bittere Niederlage einstecken. Die frühere Nummer 1 im Tennis soll von ihrer großen Liebe um Millionen betrogen worden sein.
Wie die ehemalige Sportlerin jetzt in einem TV-Interview unter Tränen offenbarte, habe sie ihr ganzes Vermögen an ihren Ex-Mann verloren. Um nicht selbst im Gefängnis zu landen, müsse sie mittlerweile die Hälfte ihrer Einnahmen an eine Bank abgeben und Schulden begleichen.
Ehemann habe ihr ganzes Geld verwaltet
Angeblich, so erklärte sie in der spanischen Fernsehsendung „Universo Calleja“, habe sie über Jahre hinweg ihre Finanzen in die Hände ihres früheren Partners Josep Santacana gegeben. „Ich habe mich ganz dem Tennisspielen gewidmet. Ich habe mich nie um diese Angelegenheiten gekümmert, weil ich nicht wusste, wie.“
„Ich habe meinem Mann vertraut, weil er der Vater meiner Kinder war. Ich habe mich blind verliebt. Doch er ist wirklich nicht der Mensch, für den ich ihn gehalten habe.“ Am Ende seien 36 Millionen Euro, die sie im Laufe ihrer Karriere nach eigenen Angaben eingespielt hatte, einfach weg gewesen. Wo genau das Vermögen hin ist? Völlig unklar! „Mein ganzes Geld ist verschwunden“, so die 54-Jährige. In ihrer Autobiografie von 2012 hatte sie noch ihre Eltern beschuldigt, sich an ihr bereichert zu haben.
„Es ist, als hätte ich nie eine Tenniskarriere gehabt“
Die vergangenen Jahre des früheren Tennis-Stars seien geprägt gewesen von Rechtsstreitigkeiten und der Scheidung. 2023 stand Vicario wegen Vermögensverschleierung vor Gericht – beinahe wäre sie in Haft gelandet: „Ich bin nicht ins Gefängnis gekommen, weil ich 50 Prozent meines Einkommens an die Bank abzahle“, erklärte sie. Für den Deal mit der Staatsanwaltschaft habe sie Taten einräumen und Schuld auf sich nehmen müssen.
Josep Santacana wurde 2024 zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft als „cerebro“ (Kopf) der Vermögensverschiebung verurteilt.
Die Hoffnung, das verlorene Geld wiederzubekommen, habe sie mittlerweile verloren. Eine Therapie habe ihr durch die schwere Zeit geholfen. Die einstige Weltranglistenerste wirkt gebrochen, als sie sagt: „Ich habe mich damit abgefunden. Es ist, als würde ich ganz von vorn anfangen, als hätte ich nie eine Tenniskarriere gehabt.“
1995 die Nummer 1 der Welt
Die Spanierin war in den 90er-Jahren eine der großen Rivalinnen von Steffi Graf (57): Sie stand in sieben Grand-Slam-Finals gegen die Deutsche und konnte zwei davon gewinnen. In ihrer Karriere holte sie 29 Turniersiege und gewann knapp 17 Millionen Dollar Preisgeld, dazu kamen Millionen u. a. an Werbung. Im Jahr 1995 führte sie für zwölf Wochen die Einzel-Weltrangliste der Damen an.