TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Suva (Fidschi-Inseln) – In den 80er- und frühen 90er-Jahren galt die Diagnose HIV als Todesurteil. Seither ist die Infektion mit dem Aids-Virus bei frühzeitiger Erkennung zwar gut therapierbar. Doch jetzt ist die Angst vor der Seuche zurück. Die Fidschi-Inseln rufen wegen rasant steigender HIV‑Infektionen den nationalen Notstand aus.

Seit mehr als zwei Jahren schnellen die Zahlen nach oben. Mittlerweile ist jeder 60. der Erwachsenen im südpazifischen Inselstaat infiziert, teilte Gesundheitsminister Ratu Antonio Lalabalavu in einer Videobotschaft auf Facebook mit. „Das bedeutet, dass HIV mittlerweile eine nationale Krise darstellt – und die Regierung geht auch entsprechend damit um. Es geht nicht mehr weiter wie bisher.“

Der Gesundheitsminister sagte gegenüber der „Fiji Times“, dass die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche nicht ausreichen. Er kündigte an, mehr zu testen und die Behandlungen auszuweiten. Zudem sollen künftig an Drogenabhängige kostenlos saubere Spritzen ausgegeben und Therapien angeboten werden.

Auch die Organisation UNAIDS berichtete von einer Verzwölffachung der HIV-Infektionen in den vergangenen 15 Jahren. Von den rund 9.000 Infizierten hätten nur 39 Prozent darüber Bescheid gewusst, und nur 22 Prozent würden die nötige Behandlung bekommen, hieß es von UNAIDS.

Eine von 50 Schwangeren infiziert

Fidschi hatte im Januar 2025 einen Aids-Ausbruch erklärt, nachdem sich die Zahl der Neuansteckungen von Januar bis September 2024 auf 1.093 verdreifacht hatte. Im Pazifik-Staat leben mehr als 930.000 Einwohner (Kinder und Erwachsene). Jährlich besuchen etwa eine Million Touristen die Inseln.

Besonders besorgniserregend ist die Lage laut „Fiji Times“ bei Schwangeren: Bei Vorsorgeuntersuchungen werde bei einer von 50 Frauen das HIV-Virus festgestellt. Die nationale Menschenrechtskommission betonte, alle Notstandsregeln müssten eine klare Rechtsgrundlage haben.