New York – Plötzlich kein Zugriff aufs Konto! Überweisungen bleiben hängen, Geldautomaten streiken, an der Supermarktkasse wird die Karte abgelehnt. Ein Albtraum für Bankkunden und eine mögliche Folge eines schweren Cyberangriffs.
Amerikas größte Banken planen bereits für den „Tag danach“, berichtet das US-Portal „Axios“. Die Frage: Wie geht es weiter, wenn ein KI-Angriff das Finanzsystem trifft? JP-Morgan-Chef Jamie Dimon warnt: Seit dem Auftauchen eines besonders leistungsfähigen KI-Modells habe sich das Cyberrisiko aus seiner Sicht „verzehnfacht“! Denn KI macht Hacker gefährlicher: Sie spürt Sicherheitslücken auf und kann ganze Angriffe selbstständig ausführen.
Wie gefährlich KI werden kann, zeigen gleich mehrere Vorfälle: Im Sommer brachen OpenAI-Agenten bei Tests aus und griffen fremde Server an. Eine Anthropic-KI versuchte sogar, Entwickler mit falschen Identitäten dazu zu bringen, Schadcode in ihre Software einzubauen. Und erst diese Woche entdeckten Forscher mithilfe von KI gefährliche Sicherheitslücken in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP. Solche Schwachstellen könnten auch Kriminelle ausnutzen!
Kunden lassen die KI selbst aufs Konto
Manche Kunden verraten digitalen Assistenten sogar ihre Bank-Passwörter. Laut „Axios“ entdeckten US-Banken bereits KI-Agenten, die offenbar eigenmächtig handelten. Dimon warnt: „Sie gehen davon aus, dass sie in Ihrem Auftrag richtig handeln. Aber das müssen sie nicht.“ JP Morgan blockiert deshalb fremde Agenten. Schäden an Kundengeldern sind bislang nicht bekannt. Trotz der Risiken setzen Banken verstärkt auf KI: Google entwickelt mit der Deutschen Bank KI‑Anwendungen. Auch OpenAI und Anthropic bieten spezielle Finanzlösungen an.
Was droht unserem Geld?
Bei einem schweren Angriff könnten Onlinebanking, Überweisungen und Kartenzahlungen ausfallen. Kunden kämen womöglich vorübergehend nicht an ihr Geld. Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert von großen Banken bis zum 31. Oktober konkrete Schutzpläne. Und wenn Geld verschwindet? Nicht genehmigte Überweisungen müssen Banken grundsätzlich zunächst erstatten. Bei grober Fahrlässigkeit, etwa im Umgang mit Zugangsdaten, können sie das Geld später zurückfordern.