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Moskau (Russland) – Der russische Geheimdienst FSB behauptet, einen deutschen Staatsbürger festgenommen zu haben, der als Söldner für die ukrainische Armee gekämpft haben und dann desertiert sein soll. Mehrere russische Nachrichtenagenturen griffen eine Erklärung des Geheimdienstes auf, in der von Einsätzen des Deutschen auch in Afghanistan, Somalia und Syrien die Rede ist. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bislang nicht. Zudem soll ein von der Behörde veröffentlichtes Video den Mann zeigen.

Dem FSB zufolge soll der Deutsche im November 2025 in die Ukraine eingereist sein und einen dreijährigen Militärdienstvertrag mit den ukrainischen Streitkräften unterzeichnet haben. Weil er jedoch nicht bezahlt worden sei, sei er desertiert. Wie er nach Russland kam und unter welchen Umständen seine Festnahme erfolgte, ist bislang nicht bekannt. Gegen ihn werde aber ein Strafverfahren eröffnet wegen des Vorwurfs des Söldnertums, heißt es in der Erklärung.

In dem Video soll der Mann gestanden haben, dass er bereits von 2016 bis 2018 als „Scharfschütze in einer Struktureinheit der territorialen Verteidigungskräfte“ der ukrainischen Armee diente. Von 2004 bis 2010 habe er zudem an Kampfeinsätzen in Afghanistan, Somalia und Syrien teilgenommen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlichte ein Bild des Mannes, das ihn laut FSB im Jahr 2018 in Donezk zeigen soll.

Klares Kalkül des Kreml

Seit Beginn des Ukraine-Krieges kam es in Russland immer wieder zu Festnahmen westlicher Staatsbürger wegen angeblicher Sabotage, Spionage oder Terrorismus – darunter auch Deutsche. So sitzt seit 2024 der Hamburger Nikolai Gaiduk in Untersuchungshaft, weil er einen Anschlag in Kaliningrad geplant haben soll. Bis heute sind die Vorwürfe nicht bewiesen. Das Menschenrechtsprojekt Memorial erklärte Gaiduk im Juni 2026 zum politischen Gefangenen.

Die USA sahen in der Vergangenheit ein klares Kalkül des Kreml hinter den Festnahmen: Die Gefangenen sollten als Druckmittel für spätere Austausche genutzt werden. Eines der bekanntesten Beispiele: Im Sommer 2024 wurde unter anderem der in Russland gefangen gehaltene US-Journalist Evan Gershkovich (34) gegen den „Tiergartenmörder“ Wadim Krassikow (61) ausgetauscht. Er hatte 2019 einen Georgier in Berlin erschossen.