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El Paso/Berlin – Er soll Brücken bauen zwischen Berlin und Washington sowie Kanada. Und was macht Metin Hakverdi (57, SPD), Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung im Außenministerium? Er stellt sich vor den Grenzzaun von Texas zu Mexiko und provoziert US-Präsident Donald Trump (80). Auf Instagram berichtet und teilt er wundersame Erkenntnisse über den seit 2008 stehenden Grenzzaun – und teilt gegen Trump aus! Und mischt sich in die inneren Angelegenheiten der USA ein.

Hakverdi bescheinigt den USA intern mal eben eine „hysterische nationale Debatte über Einwanderung und Migration“. Weiter: „Und natürlich: Der Präsident treibt die auf die Spitze.“ Rumms! Wie soll sich sein Außenminister jetzt noch gegen Trumps AfD-Lob verwahren?

Unser Mann für die Beziehungen über den großen Teich hinweg weiß auch das zu berichten: Dort vor Ort sehe man das alles ganz anders und „differenziert“ und „im historischen Kontext“ – schließlich gebe es ja dort „seit Jahrhunderten“ Migration. Hakverdi: „Hier haben die Leute nicht so einen Schaum vorm Mund.“ Gemeint: wie Trump.

CDU-Außenpolitiker Peter Beyer (56), einer der Amtsvorgänger Hakverdis, und im Bundestag zuständig für die USA, auf BILD-Nachfrage diplomatisch: „Es ist gut, sich vor Ort ein Bild zu machen. Aber so ist es eher nicht hilfreich.“ Andere Außenpolitikexperten der Koalition sprechen angesichts von Form und Inhalt von einem „Fremdschäm-Video“.

Der Zaun? Ein Stadtbild-Problem

Der Transatlantik-Koordinator weiter: „Hier sehen es die Leute eher anders: ‚Wir wollen nicht so einen Zaun haben in unserer Nachbarschaft.‘“ Migration? Offenbar eine andere Art von Stadtbild-Problem. Und: „Der Zaun ist hier nicht dicht.“ Grund: Da hätten schon welche ein Loch reingeschnitten – Migration eben …

Der Zaun sei ja „bekannt“ und „eines der großen Themen der Donald-Trump-Kampagne, wie man mit Migration umzugehen hat“. Zaun und Türme: „Ziemlich gut befestigt, würde ich mal sagen.“ Und: „Vollautomatischer Überwachungsturm mit Sensoren.“ Die Entfernung zu Mexiko dort an der Grenze zu Mexiko: „Nicht so groß.“

Dabei sind die Spannungen zwischen Washington und Berlin seit Monaten ein echtes Problem. Zuletzt hatte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) Anfang September nach der Sachsen-Anhalt-Wahl ein Telefonat mit Trump abgesagt. Schon das: absolut ungewöhnlich. Grund: Trumps Äußerungen zum Wahlausgang in Magdeburg und der AfD. Auch sonst. Das Verhältnis: ein Tanz auf rohen Eiern. Mal droht Trump mit Super-Strafzöllen, dann mit dem Abzug von Truppen oder beklagt mangelnde Meinungsfreiheit in Deutschland.