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Düsseldorf – Die AfD in Nordrhein-Westfalen hat ihren Landesparteitag in Marl (NRW) fortgesetzt – und widersetzt sich damit einer Anordnung der Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla! Denn: Die Bundesspitze hatte von ihrem NRW-Chef Martin Vincentz eigentlich den Abbruch der Versammlung gefordert. Doch Vincentz denkt gar nicht daran, auf seine Parteiführung zu hören – und wehrt sich nach BILD-Informationen jetzt sogar mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Parteispitze!

Rückblick: Schon der erste Teil des AfD-Parteitags am vergangenen Wochenende endete im Chaos. Der parteiinterne Dauerkonflikt zwischen Vincentz und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (37, auch „West-Höcke“ genannt) war bei der Wahl um die aussichtsreichsten Listenplätze komplett eskaliert. Es soll zu wüsten Bedrohungen, Beschimpfungen („Arschloch!“) und Rempeleien gekommen sein.

Am Ende schalteten sich die Parteichefs Weidel und Chrupalla ein, forderten den Abbruch des Parteitags und die Neuwahl ALLER Kandidaten für die kommende NRW-Landtagswahl. Stattdessen ging Vincentz auf Konfrontation. Weidel und Chrupalla gehe es offensichtlich nur darum, „eine für den Bundesvorstand genehme Landtagsliste zu generieren“.

Vincentz bringt bei AfD NRW die eigenen Leute durch

Und: Nach BILD-Informationen beantragte die NRW-AfD im Auftrag des Landeschefs noch am Freitag eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes-AfD am Landgericht Düsseldorf. Ihr Ziel: Weidel und Chrupalla soll es untersagt werden, sich in die Wahlversammlung in NRW einzumischen. Die Bundes-AfD kann jetzt bis zum 22. Juli zu dem Antrag Stellung nehmen.

In der Zwischenzeit schuf Vincentz Fakten: Trotz der Tumulte ließ er den Parteitag in Marl fortsetzen. Ein Antrag von Weidel-Unterstützern, die Versammlung abzubrechen, scheiterte. Die klare Mehrheit der knapp 500 Delegierten stimmte dagegen. Die Weidel-Gruppe verließ unter lautem Protest den Saal – was der NRW-Chef wiederum für sich nutzte. Bei der anschließenden Wahl brachte er bis Listenplatz 34 im Eiltempo seine eigenen Vorschläge durch.

Wie es nach diesem zweiten Chaos-Wochenende im größten AfD-Landesverband (rund 12.500 Mitglieder) weitergeht, ist völlig unklar. Dem Vernehmen nach wird bei der Parteispitze in Berlin bereits über Vincentz‘ Absetzung beraten.