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München – Hat Nazi-Diktator Adolf Hitler (†56) doch etwas mit dem mysteriösen Tod seiner Nichte und vermeintlichen Geliebten Geli Raubal (†23) zu tun? Bislang hieß es, Raubal sei am 19. September 1931 erschossen in Hitlers Münchner Wohnung entdeckt worden – angeblich ein Selbstmord. Jetzt wackelt Hitlers Alibi, der am 19. September in Nürnberg war. Neu aufgetauchte Dokumente belegen nämlich, dass Geli Raubal bereits am 18. September starb. Und da war der Diktator offenbar in der Stadt.

Dem Spiegel liegen bislang unbekannte Dokumente vor, die Geschichtsforscher Harald Sandner im Staatsarchiv und im Stadtarchiv in München gefunden hat. Im Sterberegister des Standesamtes München II ist demnach vermerkt, dass Raubals Leiche am 18. September vormittags um 10.15 Uhr in Hitlers Münchner Wohnung am Prinzregentenplatz gefunden wurde. Geschichtsforscher Sandner stieß zudem auf zwei Todesanzeigen, die das Sterbedatum ebenfalls auf den 18. September datieren.

Nach bislang offizieller Darstellung hatte sich Hitlers Diener und Hausverwalter Georg Winter am 19. September Zugang zu Geli Raubals von innen verschlossenem Zimmer verschafft. Die junge Nichte des NSDAP-Chefs lag erschossen auf dem Boden. Hitler selbst hatte ein Alibi. Nach offiziellen Vermerken hatte er am Nachmittag des 18. September die Stadt verlassen und war nach Nürnberg gereist.

Raubal wurde nach neuer Aktenlage jedoch bereits 24 Stunden früher und somit vor Hitlers Abreise nach Nürnberg tot aufgefunden. Geschichtsforscher Sandner rekonstruierte, dass Hitler am 18. September, von 10.30 bis 12.30 Uhr, an einer Parteiveranstaltung in München teilnahm.

Die Version zu Hitlers Rolle im vermeintlichen Suizid Raubals war bislang folgende: Am 18. September hatte der Diktator mit Geli Raubal einen Streit. Am Nachmittag sah er sie noch kurz, brach dann nach Nürnberg auf. Nach Hitlers Abreise schloss sich Raubal in ihrem Zimmer ein und erschoss sich mit einer Pistole ihres Onkels.

Wurde Raubals Todestag vertuscht?

Laut Spiegel sieht Geschichtsforscher Sandner weitere Indizien für eine mögliche Vertuschung. Raubals Leiche wurde nicht obduziert, obwohl sie Schussverletzungen aufwies. Offen ist auch, ob der Polizeibericht nachträglich verändert wurde. Nach Hitlers Machtergreifung wäre dies für den Diktator ohne Weiteres möglich gewesen. Beweisen lässt sich eine Manipulation nicht.

Hitlers Verhältnis zu Geli Raubal

Das Verhältnis von Hitler zur Tochter seiner Halbschwester Angela Raubal galt als innig. Schon damals gab es Spekulationen über eine Liebesbeziehung der beiden. Hitler kontrollierte Raubals Alltag, finanzierte der einstigen Medizinstudentin eine Gesangsausbildung. Um diese habe es später Streit gegeben, weil Raubal die Ausbildung in Wien und nicht in der Nähe des Diktators in München fortsetzen wollte.