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Drama auf der A99 bei Hohenbrunn (Bayern): Die Polizei zog am Donnerstagabend einen polnischen Sattelzug aus dem Verkehr. Im Laderaum: 139 Schweine, unterwegs von einer Verladestelle in Niederbayern nach Italien. Die Fahrt sollte 18 Stunden dauern. Doch während der gesamten Strecke hatten die Tiere kein Wasser und nicht ausreichend Einstreu auf der Ladefläche. Ein Foto der Polizei zeigt die Tiere zusammengepfercht und im Dreck stehend. Ein Quäl-Transport!

Defekte Bremsen und überschrittenes Gesamtgewicht

Neben den Tierschutzmängeln stellten die Beamten auch erhebliche Sicherheitsmängel am Fahrzeug fest: Die Bremsanlage war defekt, zudem überschritt der Lastwagen das zulässige Gesamtgewicht. Am Steuer saßen zwei belarussische Fahrer (43, 48).

Die Weiterfahrt nach Italien wurde von der Polizei untersagt. Gemeinsam mit dem zuständigen Veterinäramt ordneten die Behörden an, die 139 Tiere zur Verladestelle in Niederbayern zurückzubringen.

Schweine: Intelligente und empfindsame Tiere

Dass Schweine unter solchen Bedingungen leiden, ist wissenschaftlich gut belegt. Studien zeigen, wie klug die Tiere sind: Sie können einfache Werkzeuge bedienen, lösen Problemaufgaben und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben zudem nachgewiesen, dass Schweine auf direkte Ansprache durch Menschen mit erhöhter Aufmerksamkeit reagieren – ähnlich wie Hunde. Emotionen wie Stress, Angst und Schmerz empfinden sie nachweislich. Stundenlanger Transport ohne Wasser und ohne ausreichend Einstreu bedeutet für die Schweine Tierquälerei.

Der Fahrer, der bei der Kontrolle am Steuer saß, musste eine Sicherheitsleistung von knapp 580 Euro hinterlegen. Dem polnischen Transportunternehmen droht nun ein Bußgeldverfahren, das Strafen von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.