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Dortmund – Großer Streit um ein Verbot für Bettler in Nordrhein-Westfalen! Seit Sommer 2026 gelten in Dortmund strenge Regeln für arme Menschen, die nach Geld fragen. Jetzt wollen auch andere Städte in NRW nachziehen.

Das sogenannte „Dortmunder Modell“ sieht unter anderem vor, dass Bettler sich von Restaurants mit Außenbereich sowie Geld- und Parkscheinautomaten fernhalten müssen. Der Mindestabstand soll einen Radius von fünf Metern betragen. Aggressives Betteln ist bereits gesetzlich verboten. In Dortmund ist in der Verbotszone sogar stilles Betteln (z. B. einfach mit einem Schild dasitzen) nicht erlaubt. Bei Verstößen drohen Verwarngelder (ab 15 Euro), Bußgelder von bis zu 500 Euro und Erzwingungshaft, wenn die Strafe nicht gezahlt werden kann. Das Modell ist vorerst auf ein Jahr befristet.

Städte beraten Bettel-Maßnahmen

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, ziehen immer mehr Städte nach. In Gelsenkirchen wurde im Stadtrat ebenfalls die 5-Meter-Verbotszone beschlossen, in Köln wurde ein entsprechender Vorschlag abgelehnt. Essen hat das Verbot beschlossen, umgesetzt wurde es aber noch nicht. In Düsseldorf wird ebenfalls über eine Bettelverbotszone beraten, der Rat will die Vorlage Mitte November beschließen.

Kritik von Sozialverbänden

Laut WDR wollen nun auch kleinere Städte nachziehen. Entsprechende Anträge gab es unter anderem aus Düren und Werne im Kreis Unna. Sozialverbände und Obdachlosenhilfen lehnen die Verbote ab. Pfarrer Michael Schmidt von der Diakonie Düsseldorf: „Wir halten diese Verschärfung der Straßenordnung in Bezug auf das Betteln nicht für nötig. Was ist so schlimm daran, wenn jemand ruhig und friedlich um ein wenig Geld bittet?“ Heinrich Fucks, Superintendent der Evangelischen Kirche in Düsseldorf, sieht es genauso: „Wir müssen als Gesellschaft lernen, dass auch arme und wohnungslose Menschen Bürger dieser Stadt sind und dass sie zum Stadtbild gehören. Verbote, Ausgrenzung und Verdrängung sind keine Lösung.“