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Föhren (Rheinland-Pfalz) – Die Baukrise in Deutschland fordert ihr nächstes prominentes Opfer: Die Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH ist erneut insolvent. Nach 136 Jahren droht dem Traditionsunternehmen das endgültige Aus. Rund 400 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft.

Das Amtsgericht Wittlich (Rheinland-Pfalz) hat am 31. Juli 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen des 1890 gegründeten Fliesenhandels angeordnet. Besonders bitter: Bereits im September 2025 war eine Insolvenz abgeschlossen worden. Nun steckt der Fliesenhändler schon wieder in einer existenziellen Krise.

Starker Investor mit Durchhaltevermögen gesucht

Zunächst soll schnell ein Käufer für den gesamten Betrieb oder Teile davon gefunden werden. „Wir brauchen einen Investor, der in der Lage ist, diese anhaltende Krise in der Bauwirtschaft auszusitzen. Ich führe bereits konkrete Gespräche mit Interessenten“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Ingo Grünewald (47) zu BILD. Die Löhne der Beschäftigten sind von August bis Oktober 2026 über die Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Nach Angaben des Sanierungsexperten war das Unternehmen bereits 2024 wegen der schwierigen Lage der Baubranche unter Druck geraten. Dazu kamen Probleme mit einem neuen SAP-Computersystem und dem Umzug in ein neues Zentrallager in Föhren bei Trier.

Warum es der Traditionsfirma so schlecht geht

Sanierungsexperte Grünewald im Gespräch mit BILD: „Durch die Krise der Bauwirtschaft in Deutschland verzeichnete der Fliesenhandel ab 2023 Umsatzrückgänge von 30 Prozent. Im Jahr 2024 kam nochmal ein Minus von 10 Prozent obendrauf. Diese Verluste halten bis jetzt an.“ Das ist aber nicht alles: „Dazu kam ein Preisschock, weil die Lieferanten die Preise für die Fliesen erhöht haben. Irgendwann ging der Firma das Geld aus, weil die Kosten einfach zu hoch waren.“

Noch betreibt das Familienunternehmen bundesweit zwölf Standorte im Groß- und Einzelhandel für Fliesen, Baustoffe und Bodenbeläge. Gegründet wurde die Firma 1890 von Peter Philipp Friedrich. Später expandierte das Unternehmen unter dem Namen „Platten Friedrich Trier“. Geführt wird die Firma inzwischen in fünfter Generation.

Die erneute Insolvenz des Fliesen-Zentrums passt in ein größeres Bild: Zuletzt musste auch die Baumarktkette Hellweg Insolvenz anmelden. Dort sind rund 2900 Jobs betroffen. Und bei den BayWa Bau- & Gartenmärkten mit ihren 46 Filialen sorgen sich etwa 1300 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze.