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München – Es war die größte Menge Kokain, die im November 2025 je in München sichergestellt worden war. Mehr als 22 kg Kokain – gelagert in einem alten Anhänger in einer Tiefgarage, verpackt unter anderem in DHL-Paketen. Die Spur führte die Polizei dann in einen DHL-Shop im südlichen Landkreis München.

Der Laden ist in der Gegend gesellschaftlicher Mittelpunkt. Er ist Postfiliale, Imbiss, Café und Lotto-Annahmestelle in einem. Dort arbeitete bis zu seiner Verhaftung am 25. November Semir S. (33), der Ehemann der Laden-Chefin. Der jetzt vor Gericht steht.

Shop-Mitarbeiter soll Mitglied einer Drogenbande sein

Am Dienstag begann der Prozess gegen den gelernten Wirtschaftspsychologen wegen Drogenhandels vor dem Landgericht München I. Semir S. soll Mitglied der Bande „Die Firma“ gewesen sein. In Handschellen wurde der Angeklagte hereingeführt, der erst einmal lächelnd und mit Handschlag seine beiden Verteidiger begrüßte. Er soll im April 2025 auf dem Parkplatz einer McDonald’s-Filiale in München zwei Komplizen sechs Kilo Kokain übergeben haben, die diese dann für 210.000 Euro an einen „Kunden“ verkauften.

Polizei observierte den DHL-Laden

Der war in Wirklichkeit ein Verbindungsmann der Polizei. Statt die Dealer sofort festzunehmen, begann eine achtmonatige Ermittlungsarbeit. Die Beamten observierten die Verdächtigen und hörten Telefone ab – auch die des DHL-Ladens. Auch ein Treffen mit einem führenden Mitglied der Hells Angels ist dokumentiert. Und: Mehrere Täter oder deren Angehörige arbeiteten in dem kleinen Dorfladen mit Leberkäs-Theke.

22 Kilo lagerten in Tiefgarage im Anhänger

Auf einem vergitterten Tiefgaragen-Stellplatz an der Münchner Terofalstraße fand die Polizei nach der Verhaftung von Semir S. und eines Komplizen in einem alten Pkw-Anhänger sogenannte Kokain-Ziegel mit einem Gesamtgewicht von mehr als 22 Kilo. Verpackt waren sie zum großen Teil in DHL-Kartons. Bei der Durchsuchung des Ladens stellten die Ermittler einen hohen Bargeldbetrag im Tresor sicher. Ob das Geld aus den Kokaingeschäften stammt, ist bisher unklar.

Bekannt wurde der Fall durch die spektakuläre Festnahme eines weiteren mutmaßlichen Bandenmitglieds: Nico S. (34) hatte jahrelang bei mehreren Münchner Fußballvereinen unter dem falschen Namen Mateo V. gespielt und zahlreiche Tore geschossen.

Gegen ihn wird auch wegen Mordversuchs ermittelt, weil er im Dezember mit einem grauen BMW in Obersendling (München) auf Polizisten zugerast sein soll. Bei seiner Festnahme wurde er von den Beamten angeschossen.