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Neapel (Italien) – Erdbeben in der süditalienischen Stadt Neapel! Bei einer Erschütterung der Stufe 4,7 rannten die Bewohner am Freitagabend panisch auf die Straßen, 21 Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Es ist das stärkste Erdbeben in der Region seit 40 Jahren.

Das Beben wurde um 19.46 Uhr registriert. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) lag das Epizentrum in den Phlegräischen Feldern westlich von Neapel. Die Erschütterungen waren auch in der Millionenstadt selbst sowie auf den Inseln Ischia und Procida deutlich zu spüren.

Viele Menschen verließen aus Angst ihre Häuser und verbrachten die Nacht auf Straßen und Plätzen. Im Laufe der Nacht wurden zahlreiche weitere Erdstöße registriert, darunter ein besonders starkes Nachbeben der Stärke 3,8.

Trümmer auf Straßen und Autos

Besonders schwer betroffen war italienischen Medienberichten zufolge die Hafenstadt Pozzuoli. Dort stürzten Mauern und Fassadenteile herab, mehrere Tuffsteinhänge gaben nach. Felsbrocken und Trümmerteile beschädigten Autos, an zahlreichen Gebäuden entstanden Schäden. Die Präfektur richtete ein Krisenzentrum ein.

Zeitweise kam der Verkehr rund um Neapel zum Erliegen. Der Bahnverkehr wurde unterbrochen, auch der Hafen von Pozzuoli musste vorübergehend geschlossen werden. Zahlreiche Menschen versuchten, aus der Stadt zu gelangen, wodurch sich lange Staus bildeten.

Warum die Region nicht zur Ruhe kommt

Die Phlegräischen Felder westlich von Neapel gelten als Europas größter aktiver Supervulkan. Seit Jahren beobachten Experten dort den sogenannten Bradyseismus, eine langsame Hebung und Senkung des Bodens, die immer wieder von Erdbeben begleitet wird.

Laut dem Institut für Geophysik und Vulkanologie hängt das Beben mit der Bodenhebung zusammen, die seit Jahren anhält. Bereits in den vergangenen Jahren war die Region wiederholt von starken Erdstößen erschüttert worden.

Die italienische Regierung verfolgt die Entwicklung der Lage nach eigenen Angaben aufmerksam. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht demnach in engem Kontakt mit dem Zivilschutz und den zuständigen Behörden. In der Region wurden mehrere Notunterkünfte und Anlaufstellen für betroffene Bürger eingerichtet.