Frankfurt – Kriminelle Straftaten bis hin zum Mord, die bestellt werden können. Gangster zum Mieten. Das Phänomen „Crime as a service“ beschäftigt die Polizei immer mehr. Jetzt schlugen die Ermittler zu. Mehr als 1000 Beamte rückten zur Mega-Razzia aus.
Seit dem frühen Morgen filzten die Polizisten 82 Wohnungen und Geschäftsräume in Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz, auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Vermögen im Wert von 6,3 Millionen Euro wurde sichergestellt, fünf Haftbefehle wurden vollstreckt. Die Ermittler fanden unter anderem scharfe Schusswaffen, Goldbarren und hohe Bargeldbeträge.
Geldwäsche mit dem „Hawala-Banking“
Im Zentrum stehen laut Staatsanwaltschaft zehn Hauptbeschuldigte einer mutmaßlichen kriminellen Vereinigung. Sie sollen ein sogenanntes „Hawala-Banking“ (ein Schattenbanksystem) eingerichtet und so mehrere hundert Millionen Euro vor allem nach China transferiert haben. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft auch Gelder gewaschen, die aus Straftaten stammen.
Oberstaatsanwalt Dominik Mies: „Insgesamt ist das Handeln der Tätergruppierung dem Phänomenbereich des sogenannten ‚Crime as a service’ zuzuordnen.“ Details wurden zunächst nicht genannt. Weiter geht es bei den Ermittlungen um Schwarzarbeit, 41 unterschlagene Autos im Wert von rund 1,85 Millionen Euro und Beihilfe zum Drogenhandel. Insgesamt gibt es laut Staatsanwaltschaft 53 Beschuldigte. Die fünf festgenommenen Hauptbeschuldigten sind zwischen 25 und 51 Jahre alt. Es handelt sich laut Behörde um drei Türken, einen Deutsch-Türken und einen Deutsch-Afghanen.